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Würdigung der Lebensleistung

In der Biografiewerkstatt Farmsen-Berne werden die Erlebnisse von Zeitzeugen aufgeschrieben

Biografiewerkstatt Farmsen-Berne: die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen Hedi Bosbach (li.) und Hannelore Schroeter (re.).

Mit großer Freude, aber auch mit der nötigen Portion Ernst sind die Damen und Herren der Biografiewerkstatt Farmsen-Berne bei der Sache. Seit 17 Jahren kümmern sich die Mitglieder darum, dass die Geschichten von (meist) hochaltrigen Menschen zu Papier gebracht werden. Mehr noch, die Geschichten werden in gebundenen Büchern veröffentlicht. Zum Nachlesen für jedermann und jede Frau. Die Mitglieder der Werkstatt hören dabei erschütternde, berührende, unfassbare, aber auch heitere und exotische Lebensgeschichten. Sie schreiben sie auf, um sie vielen Menschen der nachfolgenden Generationen zugänglich zu machen. „Diese Lebenserinnerungen berühren nicht nur, sie machen auch Mut, das eigene Leben trotz aller Widrigkeiten in den Griff zu bekommen“, so Hedi Bosbach aus Volksdorf. Die 72-Jährige ist seit fünf Jahren dabei und kümmert sich vor allem um die Organisation der Lesungen, geht aber auch selbst mit auf Lesereisen: Damit die Geschichten auch zu Gehör kommen, lesen die ehrenamtlichen Mitarbeiter auch aus den Büchern – inzwischen sind es schon sieben Bände – vor: In Senioreneinrichtungen oder in Gemeinden, in Kulturhäusern und bei Seniorennachmittagen. Das neueste Buch ist, trotz Corona, in diesem Jahr erschienen. „Wir sind durch Licht und Schatten gegangen“, lautet der Titel, und es enthält 14 Kurzbiografien von Menschen, die etwas zu sagen haben.

Sieben Bücher voller Geschichten: Bei der Biografiewerkstatt Farmsen-Berne werden Lebensgeschichten aufgeschrieben und vielen zugänglich gemacht.

„Unser bestes Buch“

Ursprünglich als Projekt der Kirche (mit Projektleitung) gegründet, sind die Mitglieder inzwischen selbst organsiert.„demokratisch selbst organsiert“, betont Hannelore Schroeter. Schon seit 2012 ist sie bei der Biografiewerkstatt. „Aktuell sind 26 Mitglieder dabei, davon fünf Männer“, sagt die Farmsenerin schmunzelnd. Unter dem Motto „Würdigung des Alters“ sei das Projekt damals gegründet worden, das siebte Buch sei jetzt unter das Thema „Würdigung der Lebensleistung“ gestellt worden, berichtet die 78-Jährige. „Wir finden, dass es unser bestes Buch ist. Und es ist unser thematisch breitestes Buch. Es kommen auch zwei Geschichten von ‚jüngeren‘ Menschen darin vor“, so Schroeter. Vorgaben, zum Beispiel thematischer Natur, gebe es keine. „Wir haben einen Interviewer. Der hat eine Adresse, nimmt Kontakt auf und die Erzählerin oder der Erzähler entscheiden, was ihr oder ihm wichtig ist und welche Geschichte sie oder er erzählt“, erklärt sie den Entstehungsprozess. „Es gibt Menschen, die wollen nur aus ihrer Kindheit erzählen. Manche auch nur aus ihrer Kriegszeit“, berichtet Hannelore Schroeter. „Aber diesmal haben wir auch vier Geschichten von echten Powerfrauen darin. Das hatten wir so auch noch nicht.“ Hedi Bosbach und Hannelore Schroeter haben übrigens auch schon „ihre Geschichte“ zu den Büchern beigetragen.

Werkstatt-Treffpunkt im Gemeindehaus der Friedenskirche Berne: Schöne Dinge aus
vergangenen Zeiten sorgen für ein angenehmes Ambiente.

Kontakt

Bei Fragen zur Biografiewerkstatt oder Interesse, sich selbst zu engagieren, sind Marianne Laaksonen, Tel. 644 65 83, und Ingrid Meins, Tel. 643 55 61, die Ansprechpartnerinnen. Elektronische Post geht per E-Mail an: Biografiewerkstatt@kirche-in-farbe.de,
Webseite: kirche-in-farbe.de/angebote/biografiewerkstatt.html

Veranstaltungstipp – Biografielesung

„Wir sind durch Licht und Schatten gegangen“
• Freitag, 26.11.2021, 15 Uhr, Friedenskirche Eilbek, Papenstraße 70, Eilbek
• Mittwoch, 01.12.2021, 15 Uhr, Seniorenzentrum Nordlandweg, Nordlandweg 110, Rahlstedt

 

Text und Fotos: Corinna Chateaubourg © SeMa

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