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Strommasten, Blumenkübel, Bänke aus den 1950ern und 1960ern gesucht

Straßenmobiliar für die „Königsberger Straße“ des Freilichtmuseums am Kiekeberg

(pi) Eine ungewöhnliche Suche für ein ungewöhnliches Projekt: Das Freilichtmuseum am Kiekeberg sucht Straßenmobiliar aus den 1950ern und 1960ern. Strommasten, Straßenlampen und Bänke, Litfaßsäule und Blumenkübel werden zukünftig in der „Königsberger Straße“ stehen – und damit den Straßenzug vervollständigen. Sie sind üblicherweise nicht regionaltypisch hergestellt und können daher aus dem gesamten Gebiet des früheren West-deutschlands stammen. Entlang der „Königsberger Straße“ baut das Museum nach und nach fünf Gebäude aus der Nachkriegszeit auf, die 1950er-Jahre-Tankstelle und das Siedlungsdoppelhaus stehen Besuchern bereits offen. Der Aufruf wendet sich an Privatpersonen und Kommunen: Wer die passenden Objekte in der eigenen Sammlung hat oder einen Ansprechpartner kennt, wendet sich an Zofia Durda, Projektleiterin der „Königsberger Straße“, unter (0 40) 79 01 76-52 oder durda@kiekeberg-museum.de.

Straßen mit Lampen, Blumenkübeln und Sitzbänken – spätestens in den 1960ern Jahren war diese Ausstattung auf den Dörfern üblich. Deswegen braucht auch die „Königsberger Straße“ Strommasten, Straßenlampen oder eine Litfaßsäule aus Beton. Projektleiterin Zofia Durda erklärt: „Wir möchten unsere Straße so authentisch wie möglich aufbauen. Dafür suchen wir historische Objekte, die früher in den Dörfern und Kleinstädten gestanden haben. Unser Projekt ist bundesweit einmalig – unsere Objektsuche ist es auch.“ Gibt es Menschen, die einen Holzmast oder eine 1960er-Jahre-Bank bei sich zu Hause lagern? Zofia Durda schmunzelt: „Im Freilichtmuseum werden uns immer wieder kuriose und besondere Objekte angeboten, Menschen haben sehr unterschiedliche Sammelleidenschaften. Wir möchten auch Bürgerinnen und Bürger in ihren Gemeinden ansprechen: Vielleicht gibt es bei ihnen noch einen ungenutzten Blumenkübel, lagert eine alte Bank auf dem Bauhof, werden gerade Laternen ausgetauscht?“ Auch Mitarbeiter in Kommunen haben einen Blick auf ihre Altbestände. Im besten Fall erhält das alte Straßenmobiliar eine zweite Nutzung im Museum – und dort auf Dauer.

Mit dem Großprojekt „Königsberger Straße“ errichtet das Freilichtmuseum am Kiekeberg bis 2023 eine Baugruppe mit Gebäuden, die typisch für das Leben in der Nachkriegszeit sind und bis heute das Erscheinungsbild von Dörfern in ganz Deutschland prägen. Es besitzt bundesweite Bedeutung: Erstmals wird die Kulturgeschichte der Nachkriegszeit bis 1979 in der ländlichen Region erforscht und durch den Aufbau von Häusern und einer umfassenden Ausstellung gezeigt. Diese bundesweite Relevanz verdeutlicht auch die Förderung durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien in Höhe von 3,84 Millionen Euro. Der Zeitpunkt ist passend gewählt: Noch kann das Museum einzelne Nachkriegsgebäude im Originalzustand sichern, viele Menschen aus der Erlebnisgeneration geben ihr Wissen an die Wissenschaftler weiter, und Dokumente der Zeit, von Bauunterlagen, der provisorischen Ersteinrichtung bis zum Fotoalbum, gehen in die Sammlung des Museums über. Dies ist das Gedächtnis für die folgenden Generationen. Das Freilichtmuseum am Kiekeberg baut fünf Gebäude mit entsprechender Einrichtung auf, legt Gärten und Straßen an. In ihnen zeigen Ausstellungen auch politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklungen in Deutschland. Bewohnergeschichten und Einzelschicksale aus der Zeit illustrieren besonders eindringlich die individuellen Auswirkungen. Das Museum wählte regionaltypische Gebäude mit aussagekräftigen Geschichten aus, die in gleicher Weise für die gesamtdeutsche Entwicklung stehen:

• eine Tankstelle mit angeschlossener Werkstatt,
• eine Ladenzeile mit modernen Geschäften,
• ein Siedlungsdoppelhaus und ein Flüchtlingssiedlungshaus,
• ein Fertighaus als neuer Bautyp, das aus einem Versandhauskatalog bestellt wurde und einen an den USA ausgerichteten, modernen Lebensstil verkörpert.

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