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Sorge um die Zukunft seines Sohnes

Seit über zwölf Jahren träumt ein Hamburger Vater von einem Wohnprojekt für Eltern mit behinderten Kindern.

„Die Nähe zur Natur und zu Tieren erweitert die
therapeutischen
Möglichkeiten
für die Bewoh-
ner“, so Arnold
Schnittger, Vater
von Nico.

Nico, 26, bekam bei der Geburt zu wenig Sauerstoff. Dadurch ist er körperlich und geistig schwerbehindert. Sein Vater Arnold Schnittger, 68, Außenhandelskaufmann, Segellehrer und Fotograf, hat sein Leben nach seinem Sohn ausgerichtet und macht sich Gedanken, was aus Nico wird, wenn er selbst nicht mehr da ist. Ein Wohnprojekt könnte ihm, aber auch zahlreichen anderen Eltern, die Sorgen vor der Zukunft etwas nehmen. Bereits 2008 gründete er darum den Verein „Nicos Farm“.

Seit mehr als zwölf Jahren versucht Arnold Schnittger mittels seines Vereins das Wohnprojekt „Nicos Farm“ zu realisieren. „Nicos Farm ist ein Wohnprojekt für Eltern mit behinderten Kindern. Die ursprüngliche Idee war, gemeinsam mit einigen Eltern einen Bauernhof zu übernehmen. Daher der Name. Die Nähe zur Natur und zu Tieren erweitert die therapeutischen Möglichkeiten für die Bewohner“, erklärt der 68-Jährige.

Liebt das Wasser: Segelreisen haben für Nico einen erheblichen therapeutischen Nutzen.

Den Verein gründete er aus Sorge um die Zukunft seines Sohnes. Diese Sorge verbinde alle Eltern, die behinderte Kinder haben, erklärt der Hamburger. Auf dem Bauernhof sollen die Eltern erst mal gemeinsam mit ihren Kindern leben. Später, wenn die Kinder erwachsen sind, können sie sich zurückziehen. Die Betreuung werde dann von Pflegepersonal und Therapeuten übernommen. Andere Eltern können in den frei werdenden Wohnraum nachziehen.

Aktuell wohnen Vater und Sohn in Wandsbek in einem Mehrfamilienhaus. Corona hat die Situation verschlimmert, da Nico nicht in die Tagespflege oder zu seinen Therapien gehen kann.

Der Hof oder „die Farm“ sollte möglichst im Einzugsbereich von Hamburg liegen. Idealerweise müsste das Grundstück etwa zwölf bis 15 Familien aufnehmen können.

Wenn der Vater mit
dem Sohn … dann kann dabei schon
mal eine Reise im Rollstuhl durch Deutschland heraus-
kommen: Nico und Arnold Schnittger.

Die Wohnbereiche müssen barrierefrei zugänglich sein, also gegebenenfalls verändert werden. Einen passendenden Hof hatten Arnold Schnittger und seine Mitstreiter in Amelinghausen bei Lüneburg bereits ausgemacht.

„Das Projekt in Amelinghausen hatte ein Gesamtvolumen von sechs Millionen Euro. Dort wäre Platz für 20 Familien vorhanden gewesen. Wir hatten schon zahlreiche ehrenamtliche Helfer wie Bauern, Handwerker, pensionierte Lehrer/Heilpädagogen et cetera am Start“, sagt Arnold Schnittger. Doch es fehlte noch Geld.

„Wir hatten finanzielle Zusagen vom Familienministerium sowie von privaten Investoren. Voraussetzung war aber die Sicherstellung der Gesamtfinanzierung. Das ist bisher nicht gelungen“, berichtet der Vater.

Inzwischen sei das Grundstück in Amelinghausen anderweitig veräußert worden. Sie seien also erneut auf der Suche nach einem Grundstück. Entsprechend müsste auch die Finanzierung wieder neu aufgestellt  werden ...   

Unterkriegen lassen will er sich von diesem Misserfolg jedoch nicht. Also suchen er und seine Mitstreiter weiter. Nach der ersten Finanzierung soll sich das Projekt durch Mieteinnahmen, Pflege und Betreuung durch Kranken- und Pflegekassen sowie Eingliederungshilfe und Grundsicherung finanzieren.

Es fehlt an Geld: Sobald die Gesamtfinanzierung des Wohnprojektes steht, könnte Nicos Farm entstehen.

So lange, bis ein Grundstück gefunden ist und die Finanzierung steht, freut sich der gelernte Außenhandelskaufmann über weitere Unterstützung:

„Am besten durch Engagement, vielleicht mit beruflicher Kompetenz. Geld ist immer gut, kleine Beträge sind wertvoll, um den Verein zu führen. Und um die zahlreichen Aktionen zum Thema Inklusion zu unterstützen.“

Weitere Infos:

Arnold Schnittger, Verein „Nicos Farm“,
E-Mail: info@nicosfarm.de, Tel.: 0170 413 14 04,
www.nicosfarm.de

 

Fotos © Nicos Farm/Text Corinna Chateaubourg © SeMa

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