Schrift ändern:AAA

Schneeschuhwandern

Auf leisen Sohlen durch die unberührte Natur. Für wen Schneeschuhwandern geeignet ist ...

„Wie durch Watte sinkt der Fuß in den weichen Untergrund, bevor er mit einem leisen Knirschen zur Ruhe kommt. Wer schon mal mit Schneeschuhen unterwegs war, kennt das Gefühl: Mit jedem Schritt entfernt man sich mehr vom Alltag und taucht tiefer ein in die dick verschneite Berg- Landschaft.“ So beschreibt es einer, der sich auskennt, das Schneeschuhwandern. Patrick Jost, Inhaber und ausgebildeter Bergführer des Hindelanger Bergführerbüros im Oberallgäu, bietet schon seit Jahren geführte Touren an.

„Schneeschuhe sind die Eintrittskarte in die Freiheit abseits von Pisten und Wegen“, sagt Jost. Wenn viel Schnee gefallen ist, bieten sie Nichtskifahrern die einzige Möglichkeit, tief in die Natur einzutauchen. Darüber hinaus reicht „normale Winterbekleidung aus. Das Wichtigste sind die Schuhe“, betont der staatlich geprüfte Bergführer. „Knöchelhohe Wanderschuhe sind gut. Schneeboots sind meist nicht geeignet, weil sie an den Seiten nicht stabil genug sind. Ich hatte aber auch schon Leute, die es mit Turnschuhen versuchen wollten, aber dann hat man halt gleich nasse Füße.“
Die speziellen Schneeschuhe und Stöcke können bei den meisten Tour-Anbietern ausgeliehen werden. Wie die angelegt und benutzt werden, erklärt ebenfalls der Verleiher. Das sei kein Hexenwerk und wie beim Skifahren einfach zu lernen, so der 43-Jährige. Oberhalb der Füße reiche bequeme, nicht zu warme Wanderbekleidung aus.

Wer im Sommer gern wandert, versucht es bei Neuschnee gern mit Schneeschuhwandern. „Das war vor ein paar Jahren ein richtiger Trend, und ich könnte mir vorstellen, dass das in diesem Corona-Jahr auch wieder beliebt sein wird. Kein Anstehen am Lift, keine überfüllten Gondeln – beim Schneeschuhwandern können auch in der Gruppe Abstände untereinander gut eingehalten werden“, sagt Tour-Führer Jost.

Voraussetzungen: Wie fit muss man sein?

„Rein von der Form her ist dieser Sport für jeden zugänglich. Schneeschuhwandern kann erst mal jeder machen, egal, ob man eine gute oder schlechte Kondition hat“, sagt Bergführer Jost. „Schneeschuhwandern ist leicht zu erlernen und kann – je nach Strecke – gemütlich oder auch sportlich anspruchsvoll gestaltet werden.“ Im Unterschied zu Ski-Touren, darf die gewählte Route auch nicht zu lang sein, denn beim Schneeschuhwandern müssen die Aktiven ja nicht nur den Berg hoch-, sondern auch wieder herunterlaufen.  Die Verletzungsgefahr sei beim Schneeschuhwandern übrigens sehr gering, so der Tourenanbieter. Wer im sanften Bereich bleibt, gehe kaum ein Risiko ein,  dieser Sport sei sogar noch sicherer als Langlauf.

Ausrüstung: Was braucht man?

Schneeschuhe, Wanderstöcke (mit großen Tellern), feste Winterschuhe, atmungsaktive Winterbekleidung (zum Beispiel Skihose und Skijacke) sowie Handschuhe – mehr benötigt der Mensch nicht, wenn er sich in das unerhörte Abenteuer Schneeschuhwandern stürzen will. Möglicherweise – wenn alles gut geht – sind Sonnenbrille und Sonnencreme noch hilfreich.

Viele Bergführer bieten neben Tiefschnee-, Ski- und Winter-Tages-Touren auch geführte Schneeschuhwanderungen an. Zahlreiche Infos rund um das Thema gibt es unter anderem hier: www.bergschulen.de

 

Alle Fotos: © Hindelanger Bergführer, Text: Corinna Chateaubourg © SeMa

Analyse Cookies

Diese Cookies ermöglichen eine anonyme Analyse über deine Webseiten-Nutzung bei uns auf der Seite

Details >Details ausblenden