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Lieselotte Emmrich

... aus ihrem Hobby wurde Leidenschaft, so entstanden auch nützliche Hilfen für ältere Menschen!

Dass die 69-Jährige ihre Freizeit im Rentenalter nicht untätig verbringen würde, war ihr schon länger klar. Ihr Erfindergeist für die Arbeit mit Stoffen, Nähmaschine, Schere, Nadel und Faden ist unerschöpflich. Ihr Lieblingsplatz ist der in ihrer kleinen Bastelwerkstatt in ihrem Haus in Loccum, ganz in der Nähe des Steinhuder Meeres. Das ist der Ort, der besonders durch das 1163 gegründete Zisterzienser-Kloster, welches zu den besterhaltenen nördlich der Alpen gehört, bekannt ist. Der Besuch dieser Klosteranlage ist auch ein Ausflugstipp für schöne Sonnentage.

Zwei ganz besondere der 2980 in Loccum lebenden Bürger, sind Lieselotte Emmrich und ihr Mann Heinz.  

Wir besuchten dieses kreative und sehr sympathische Ehepaar. Heinz Emmrich berichtete stolz von seinem Hobby, der Aufzucht vieler außergewöhnlicher Rosen, und seine Frau Lieselotte plauderte aus dem Nähkästchen.

Seit ihrem Ruhestand vor einigen Jahren ist kein noch so kleines Stoffstück vor ihr sicher. Angefangen hat es mit Spielzeug für Kinder – aus farbenfrohen Baumwollstoffen. Daraus entstanden und entstehen noch heute u. a. Bälle, Würfel und Kuscheltiere, deren Ohren und Schwänzchen mit knisternder Bratfolie ausgestopft werden, damit diese Teile rascheln und so noch interessanter für die Kleinen werden. Inzwischen kennt der Ideenreichtum der Loccumerin keine Grenzen. Ihre Träume aus Stoff erweitert sie um viele schöne und nützliche Exponate. Anregungen dazu bekommt sie aus dem Alltagsleben. In ihrem Arbeitszimmer stapeln sich unzählige kleine Kartons mit Stoffresten aus den verschiedensten Materialien und Mustern.

Ganz praktisch ist ihre längliche, mit einem Schlitz in der Mitte versehene Abgusshilfe für den heißen Deckel, womit man garantiert das Wasser aus dem Topf mit den Kartoffeln mühelos und gefahrenfrei abgießen kann.
Die Idee zu ihrer besonders hübschen Tortentasche entstand durch ein Missgeschick.

„Vor Monaten wollte ich eine Torte mit zu meiner Freundin nehmen. Ich fasste den Tortenbehälter an dem Griff des Oberteils an. Kurz vor ihrem Haus löste sich der Boden, und die Torte fiel auf die Erde. Daraufhin entwarf ich eine Tasche, in die dieser runde Behälter gut rein- passt und in der sich die gebackenen Köstlichkeiten mühe- und gefahrlos transportieren lassen.“
Momentan arbeitet Lieselotte Emmrich mit viel Liebe auch an sogenannten „Nesteldecken“ für Seniorinnen und Senioren und für an Demenz erkrankten Menschen.

„Ein Bekannter vor mir arbeitet im Altenheim und erklärte, dass solche Decken sehr gut für die Beschäftigung älterer Menschen seien. Daraufhin entwickelte ich vorerst vier unterschiedliche Stoffunterlagen mit Knopfleisten, Reißverschlüssen, Hosenträ- gern, Schlipsen, Schleifen, Bän-der, Zöpfe und auch Gürteln. Die ca. 25 x 30 cm großen Decken sind optimal für die Betätigung der Hände und der Anregung des Gehirns. Die Erinnerungen an vergangene Tätigkeiten werden dadurch geweckt und die Fähigkeiten der Hände durch z. B. das Binden eines Schlipses, das Einfädeln von Bändern, Binden von Schnürsenkeln, Flechten von Zöpfen, gefördert.
Für ältere Menschen habe ich den Tipp, sich früh genug zu überlegen, womit sie sich später beschäftigen möchten. Das können ehrenamtliche Tätigkeiten sein, künstlerische oder auch handwerkliche. Wichtig ist, dass keine Langeweile aufkommt. Mein Mann und ich leben nach dem Satz: „Wer rastet, der rostet.“

Wer sich für die Handarbeiten von Lieselotte Emmrich interessiert, kann sie per Mail unter lieselotte.emmrich@ gmail.com oder telefonisch unter Tel. 05766-1590 erreichen. Die Preise für ihre individuellen Einzelstücke richten sich nach der Art der Stoffe, den Applikationen und dem Aufwand.     

Text + Fotos Marion Schröder © SeMa

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