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KH2biografisch – bemerkenswerte Geschichte(n): 18 Porträts

Schon lange setzt sich KulturistenHoch2, für den Zusammenhalt der Generationen ein. Zunächst wurden Besuche von kulturellen Veranstaltungen für Senior:innen mit kleinerer Rente gemeinsam mit Schüler:innen organisiert. (Das SeMa berichtete). Durch die Corona-Pandemie mussten diese Aktivitäten ausgesetzt werden. Diese Zeit nutzten die Beteiligten jedoch für ein weiteres kommunikatives, aber kontaktloses Format: „KH2biografisch“ wurde geboren. 18 Schüler:innen interviewten 18 Senior:innen. Herausgekommen ist dabei ein Buch mit 18 beeindruckenden, bewegenden und inspirierenden Geschichten. Es wird voraussichtlich im kommenden Herbst veröffentlicht. Wir durften schon ein bisschen in der begleitenden Projektbeschreibung blättern.

„Ich weiß nicht, was ich in fünf Jahren machen werde. Ich kann nur hoffen, dass ich es machen kann, wenn ich das dann will.“ (Rebecca Harms, Luisen-Gymnasium Bergedorf). Credit: privat

Schüler:innen interviewen Senior:innen

„Der Projektansatz von KH2biografisch ist auf den ersten Blick ein ganz praktischer und niedrigschwelliger Zugang, um Generationen zusammenzubringen: Schüler:innen interviewen ältere, meist nicht so begüterte Menschen zu ihrem Leben – speziell unter dem Fokus von Kunst und Kultur“, so Katharina Fegebank, zum zweiten Mal Schirmherrin des Projektes, in ihrem Vorwort. „Die Senior:innen gewähren also den Jugendlichen einen persönlichen Einblick. Die Jugendlichen erleben sich in einem freiwilligen Engagement und sie schenken Aufmerksamkeit.“

Sich in die Lage anderer Personen hineinversetzen

Auf die Vorteile für die beteiligten Schülerinnen und Schüler weist auch Christine Sequeira-Voigt, Geschäftsführerin der beteiligten Vertical Stiftung, hin: „Sich füreinander Zeit nehmen und ins Gespräch kommen, das ermöglichte auch das geplante Buchprojekt, das während der Corona-Pandemie entstand, als der Besuch von Kulturveranstaltungen unmöglich war. Noch stärker als das ursprüngliche Format der gemeinsamen Veranstaltungsbesuche schulte dieses Format das Zuhören und das Nachfragen. Es ermöglichte Einblicke in Lebensläufe und schärfte das Verständnis dafür, was innere und äußere Umstände im menschlichen Leben bewirken.“

Die Bedeutung von Kunst und Kultur

Bei KH2biografisch wurde der Fokus auf den Einfluss oder die Bedeutung von Kunst und Kultur auf das Leben der Pro-tagonisten gerichtet. Welche Rolle spielte die Kunst im Leben von Gerda Elisa Wendel? Sie ist 78 Jahre alt und wohnt jetzt – nachdem sie lange in Bingen und Main lebte – in Hamburg. Interviewt wurde sie von Rebecca Harms, 17 und Schülerin am Luisen-Gymnasium in Bergedorf. Kunst und Kultur habe sie für sich selbst erst spät in ihrem Leben entdeckt, so Wendel laut dem Bericht. Große Freude habe ihr aber schon in der Kindheit das Singen bereitet. Gerne hätte sie eine Geige besessen, erzählt Wendel der Schülerin. „Im Mandolinenclub stand mir kein Musikinstrument zur Verfügung, darum sang ich zum Mandolinenspiel der anderen Kinder“, so die 78-Jährige. Schülerin Rebecca Harms hat sie – nach einem Training mit einer Journalistin – interviewt und die Antworten aufgeschrieben. Die Geschichte von Wendel/Harms ist eine der 18 im Buch des KH2biografisch-Projektes.

„Kunst und Kultur sind wie Blumen am Wegesrand“, sagt Gerda Elisa Wendel. Für das Projekt „KH2biografisch“ wurde sie von Schülerin Rebecca Harms, Bergedorf, interviewt. Credit: Antonino Condorelli

„Kunst ist nicht alles, aber ohne Kunst ist alles nichts“

Ein erstes Fazit zieht Christine Worch, Gründerin und Ideen-geberin KulturistenHoch2 und Co-Projektleitung KH2biografisch, in ihrem Schlusswort des Projektberichtes: „Dass sowohl mehrere interviewte Senior:innen als auch eine Lehrkraft in ihrem Blick auf das Projekt als Externe ein und dasselbe Zitat „Kunst ist nicht alles, aber ohne Kunst ist alles nichts“ verwenden, unterstreicht, um was es wirklich geht!“ Und weiter: „Wir freuen uns über diesen Meilenstein in Form unserer Dokumentation. In ihr haben wir unseren bisherigen Weg zusammengefasst. Zugleich ist sie natürlich auch die Basis für unsere zukünftige Idee eines Buches“, so Worch. Fest stehe: Alt und Jung haben in ihren Interviews offenbart und unter Beweis gestellt, dass Kunst und Kultur mehr sind als der Kitt, der alles zusammenhält.     

 

Corinna Chateaubourg © SeMa

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