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Jochen Wiegandt sucht ...

... musikalische Schätze aus Schleswig-Holstein

Jetzt ist es amtlich. Im Runderlass des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur vom 18. Mai 2019 — III 30 (NBI.MBWK.Schl.-H. 2019 S. 185) verfügte Ministerin Katrin Prien zur Förderung der niederdeutschen Sprache: „Das bereits existierende Modellschulangebot soll mit dem Ziel eines systematischen Spracherwerbs im Niederdeutschunterricht ausgebaut werden. Ziel ist es, im Zuge eines sukzessiv anwachsenden Systems Niederdeutsch während des gesamten Bildungsgangs bis hin zur Hochschulreife zu unterrichten. An allen Schulen in Schleswig-Holstein muss das Niederdeutsche ein durchgängiges Unterrichtsprinzip in allen Klassen sein. Hierfür tragen Schulaufsichtsbehörden und Schulleitungen eine besondere Verantwortung ...“
Ob sich die in Amsterdam geborene und in Hamburg politisch beheimatete Ministerin angesichts der vielfältigen Probleme, denen sich Lehrer heute stellen müssen, nicht womöglich etwas überhoben hat, sei dahingestellt. Doch nicht nur sie findet es wichtig, dass eine einst sehr lebendige Sprache, die – wie das Latein die Kirche – früher die Hanse zusammengehalten hat,

nicht ganz in Vergessenheit gerät. Auch der Schleswig-Holsteiner Heimatbund steht hinter dem Projekt. Der Bund setzt nicht so sehr auf Erlasse, sondern auf das gesungene Platt. Deshalb hat er sich der Unterstützung eines Experten aus Hamburg versichert. Mit Jochen Wiegandt haben die Schleswig-Holsteiner einen profunden Kenner der niederdeutschen Musiktradition verpflichten können, der mit seinem Buch „Singen Sie Hamburgisch?“ gezeigt hat, dass Lieder und ihre Geschichten – Liederatur eben – spannende und zugleich heitere Sprachmittler sein können.Unvergessen seine einfühlsame Interpretation des „Min Jehann“ von Klaus Groth bei der Trauerfeier für Helmut Schmidt.

Wiegandt plant, über das singende und musizierende Land zwischen Ost- und Nordsee in einem Buch zu erzählen. Es soll nicht nur Rückblick sein, sondern Anregung, oft im Hinterkopf noch vorhandenes Liedgut hervorzuholen und zu singen. „Am Material für Texte fehlt es mir nicht, obwohl es natürlich immer noch Schätze zu entdecken gibt“, so Wiegandt im Gespräch mit dem SeMa, „ich bin aber weiter auf der Suche nach authentischem Bildmaterial von Hausmusik, Tänzen und singenden Gruppen.“ Denn mit Chören in Frontalaufnahmen kann er fast handeln. Was Wiegand sucht, ist Schleswig-Holstein, wie es singt, spielt, tanzt und lacht im Bild. Deshalb seine Bitte an die SeMa-Leser: „Haben Sie Bildmaterial aus der musikalischen Vergangenheit Ihrer Familie – dann bitte einscannen und an mich weiterleiten. Kurzer erklärender Text dazu, und schon bin ich einen Schritt weiter bei der Arbeit an meinem neuen Buch.“

Weitere Informationen bietet auch die vom Schleswig-Holsteiner Heimatbund betriebene Internetseite:
www.sh-singen-heute.com

„Ich schreibe nicht nur Bücher über niederdeutsche Musik-tradition“, definiert Wiegandt sich und sein Aufgabenfeld, „ich singe und spiele natürlich  auch gern, wenn man mich dazu einlädt. Fragen Sie mich nach Terminen!“  

Kontakt: Jochen Wiegandt, Tel.: 040 46 54 63, E-Mail: jochen.wiegandt@t-online.de

 

F.J. Krause © SeMa