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Howard Carpendale wieder on Tour

„Symphonie meines Lebens“ heißt das brandneue Album, welches der gebürtige Südafrikaner seinem Publikum präsentiert, und das mit viel Stolz und Dankbarkeit. Es war auch ein besonderes Glück, die Möglichkeit bekommen zu haben, dieses beste Album seiner Karriere in London aufnehmen zu dürfen. In der Stadt, in die es ihn 1964 nach Europa zog. Zwei Jahre danach startete er in Deutschland seine musikalische Laufbahn. Inzwischen sind über 50 Jahre vergangen und über 25 Millionen Tonträger wurden verkauft. Viele seiner bekannten Titel wie z.B. „Ti Amo“, „Hello Again“ oder auch „Tür an Tür mit Alice“ sind Evergreens geworden und jetzt auch mit dem weltberühmten Royal Philharmonic Orchestra in einem ganz individuellen Sound auf diesem Album zu hören.

Wir trafen Howard Carpendale in Hamburg zu einem Interview und bedanken uns für die Zeit, die er sich für uns genommen hat.

SeMa: Sie haben jetzt das Album „Symphonie meines Lebens“ veröffentlicht. Die Aufnahmen entstanden in dem legendären Abbey Road Studio in London mit 60 Musikern des weltberühmten Orchesters. Welche Gefühle hatten Sie, als Sie dieses Studio betraten?
Ich hatte Gänsehaut. Es war unbeschreiblich und eine große Ehre für mich, dass ich ein Teil

dieser grandiosen Produktion sein durfte. Besser geht es nicht.

SeMa: Wer hat aus circa 700 Titeln, die Sie in Ihrem Leben aufgenommen haben, diese 12 ausgesucht, die jetzt auf dem Album sind?
Ich habe sie zusammen mit meinem Management ausgesucht. Es war gar nicht so schwer, da es acht Titel gibt, die unbedingt dabei sein sollten.

SeMa: Am Anfang des Titels „Hallo Again“ sind Klänge von Schubert mit eingebaut. Wie denken Sie darüber?
Das finde ich sehr reizvoll, und es ist genau das, was dieses Album so anders und einzigartig macht.

SeMa: Haben Sie einen Lieblingstitel auf dieser CD?
Nein, und das freut mich auch. Jeder Titel ist anders und hat seinen eigenen Charakter.

SeMa: Sie singen den Titel „Samstag Nacht“ im Duett mit Cliff Richard. Wie war die Zusammenarbeit?
Fantastisch! Er war für uns früher einer der Musikgötter. Er war ein Rock`n`Roller und so groß wie Elvis. Seine Musik beeindruckte mich schon als Jugendlicher.

SeMa: Sie gehen ab 28. Januar mit Ihrer 20-köpfigen Band auf große Tournee. Wie bereiten Sie sich dafür vor?
Ich bereite mich natürlich sehr konzentriert und fokussiert auf diese große Aufgabe vor. Auch mental und körperlich werde ich bestens vorbereitet sein. Auf jeden Fall werde ich für diese Show sehr hart arbeiten. Ich freue mich schon sehr auf diese Konzerterlebnisse.

SeMa: Wissen Sie noch, welche Ihre erste Schallplatte war, die Sie bekamen oder kauften?
Es war eine von Elvis. Als ich in Durban in Südafrika lebte, hatte ich mit meiner damaligen Band nur ein Ziel: die neue Elvis-Platte zu spielen!

SeMa: Wenn Sie sich ein Vorprogramm für Ihre Show aussuchen könnten, welche Musiker oder Sänger wären das?
Am liebsten natürlich Elvis (lachend). Allerdings wäre das doch nicht gut, da das Publikum dann Elvis hören und sehen will und nicht mehr mich.

SeMa: Sie sind sehr vielseitig in Ihrem Beruf und in keine Schublade zu packen. Wie bezeichnen Sie Ihren Beruf?
Vielleicht als Entertainer oder ganz einfach … als Musiker.

SeMa: Was ist für Sie das Positive am Älterwerden?
Es gibt viele positive Dinge. Man wird viel gelassener. Ich empfinde mein Leben nicht mehr als Kampf, nur um Erfolg zu haben oder Geld zu verdienen. Das Alter hat aber auch den Nachteil, dass man durchblickt und sieht, was in der Welt los ist. Es ist mir außerdem total wichtig, auch im Alter Ziele zu haben. Ohne Ziele könnte ich nicht leben.

SeMa: Was macht Sie heutzutage glücklich?
Ich habe das große Glück, dass ich den langen Kampf mit meiner Frau Donnice gegen ihre Alkoholkrankheit gewonnen habe. Es macht mich glücklich, dass ich die Kraft hatte, es gemeinsam mit ihr durchzustehen.

SeMa: Sie haben schon in mehreren Filmen als Schauspieler mitgewirkt. Würden Sie wieder eine Rolle annehmen, wenn das Drehbuch Ihnen zusagt?
Ja gern. Ich weiß allerdings, was ich nicht spielen möchte: einen Sänger und Howard Carpendale auch nicht. Bisher war das leider meist der Fall. Allerdings bin ich realistisch genug, um zu wissen, dass dies wohl ein Traum bleiben wird. Die Rollen, die Dieter Hallervorden in letzter Zeit spielen durfte, finde ich sehr reizvoll.

SeMa: Wenn Sie sich eine Person wählen könnten, um mit ihr ein längeres Gespräch zu führen, welche wäre das?
Es wäre nicht nur ein Mensch, sondern eine Gruppe, die sich in Amerika Demokratische Partei nennt. Diese liegt mir zur Zeit sehr am Herzen. Nicht nur, weil ich dort gelebt habe, sondern weil ich in erster Linie glaube, dass Amerika ein Land ist, von dem fast alles ausgeht. Wenn Amerika gut drauf ist, tut es allen gut. Die Menschen, die im Moment gegen Trump arbeiten, machen nach meinem Gefühl alles falsch. Die Demokraten reden jeden Tag über Trump. Sie müssten eigentlich aufstehen und laut öffentlich sagen: „Diesen Namen hört ihr von uns nicht mehr. Wir haben alles gesagt, auch, dass dieser Mann ein Lügner, ein Schlitzohr ist. Jetzt reden wir darüber, unser Land wieder besser zu machen.“ Dann würden die Menschen auch wieder zuhören. Das Volk ist müde, da nur über Trump geredet wird. Ich würde Hillery Clinton gern fragen, warum sie sich so unklug darstellt. Wenn ich als Künstler das machen würde, käme kein Mensch in meine Konzerte. Ich bin der Meinung, dass es überwichtig ist, dass Trump die nächste Wahl verliert. Aber so, wie die Demokraten sich im Moment verhalten, wird er gewinnen, und das ist gefährlich.

SeMa: Die letzte Frage ist: Wir sind hier in Hamburg. Was haben Sie bei Ihren Besuchen in der Stadt lieben gelernt?
Ich war während meiner Tourneen mehrmals in Hamburg. Ich mag diese Stadt sehr. Sie hat einfach Tradition und vor allem Stil. Sie ist eine saubere Stadt. Gerade um die Alster stehen sehr schöne Häuser. Für mich persönlich ist Hamburg die schönste Stadt Deutschlands.

Marion Schröder © SeMa