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Heino

Die Volksmusik hat ihn wieder – zu hören auf der aktuellen CD „Teure Heimat“ 

Nun blüht der Enzian wieder blau, blau, blau, und Heinos Jacke ist wieder rot. Unser Volkssänger Nummer eins  hat die schwarze Lederkleidung von den Rockmusik-Auftritten in den Schrank gehängt und sich wieder dem Liedgut über unsere Heimat gewidmet. Mit dem Anhören der 21 Lieder der gerade erschienenen CD können seine Fans eine Stunde und elf Minuten dem Alltag entfliehen. Heino berührt mit seinen Volksweisen die Herzen seiner Fans.

Gleich der erste Titel ist ein ganz besonderer Genuss:

Der Ausnahmekünstler besingt mit seiner kräftigen Baritonstimme die „Teure Heimat“, das bekannte Lied von Giuseppe Verdi aus der Oper „Nabucco“. Begleitet wird er dabei von einem großen Orchester und dem in Wien lebenden Geigenvirtuosen Yuri Revich. Der 29-Jährige ist jetzt schon ein Meister auf seinem Instrument und zaubert mit seiner aus dem Jahr 1709 stammenden Stradivari wahre Wunderklänge. Wie ein Fels in der Brandung hat sich der 1938 in Düsseldorf geborene Publikumsliebling durch alle Musikrichtungen gesungen. Und das immer mit großem Erfolg. Er musste sich zwar vielen Stürmen stellen, konnte sich dabei aber immer behaupten. Professionalität und Fleiß lassen sich eben nicht verleugnen. Seit über 60 Jahren steht der Kultsänger inzwischen im Rampenlicht. Er hat mehr als 1200 Lieder aufgenommen, mehr als 50 Millionen Solo-Alben verkauft und begeisterte unzählige Menschen rund um den Erdball.  Man sagt, dass 98 Prozent aller Deutschen den Blonden mit der dunklen Brille kennen.

Man glaubt es nicht, dass der als Heinz Georg Kramm geborene Musiker am 13. Dezember seinen 82. Geburtstag feiert. Zu diesem Anlass hat  der bekannte und mit Preisen ausgezeichnete Pop-Art-Künstler Ralf Leidinger ein ganz besonderes Geschenk für den Jubilar. Ein von ihm in seiner unverkennbaren Streifen-Art gemaltes Bild, das Heino in der roten Jacke und auch eine Geige zeigt, vorausschauend auf die Klassik-Tour „Heino goes Klassik“, die mit Yuri Revich, großem Orchester und Chor geplant ist.  

Wir sprachen mit dem Sänger und seiner Ehefrau Hannelore. In erster Linie wollten wir natürlich wissen, wie es den beiden zurzeit geht.

SeMa: Wie geht es Ihnen und Ihrer Frau?

Heino: Uns geht es gut. Wir machen es uns in unserem zweiten Zuhause, in Kitzbühel, gemütlich. Bei schönem Wetter sitze ich in eine Decke eingekuschelt auf der Terrasse, genieße die Sonne und die Aussicht auf die Berge. Wir halten uns an die vorgeschriebenen Maßnahmen und sind froh, dass wir mit Maske einkaufen können. Wichtig ist uns, vorsichtig zu sein. Ich kann Ihnen aber auch sagen, dass ich den Krieg erlebte und Bomben fallen sah. Das war wesentlich schlimmer als Corona. Seit 60 Jahren bin ich inzwischen im Showgeschäft und war noch nie so lange von meinem Publikum getrennt. Wir hoffen, dass die geplante Tournee im September 2021 starten kann. 

SeMa: Welche Lieder werden Sie dann singen?

Heino: Es wird ein Querschnitt aus vielen Kompositio-nen: Volkslieder und Pop-Titel, aber vor allem auch klassische Musik von Komponisten wie Brahms, Schubert oder auch Beethoven. Ich habe den fantastischen Violinvirtuosen Yuri Reich an meiner Seite, außerdem ein 30-köpfiges Orchester und einen Chor. Das wird garantiert ein kulturelles Highlight der Sonderklasse. Wir möchten damit unserem Publikum zwei unvergessliche Stunden bescheren. Wir star- ten am 27. September kommenden Jahres im Gewandhaus in Leipzig.   

SeMa: Sie besingen auf Ihrer neuen CD in vielen Liedern die Heimat. Was bedeutet Heimat für Sie?

Heino: Heimat ist, wo meine Hannelore ist, Freunde sind und wo ich mich wohlfühle. Wenn ich früher von Auftritten aus fremden Ländern kam, freute ich mich jedesmal sehr auf zu Hause. Es war auch im Ausland schön, aber am wohlsten fühle ich mich in unserer Wohnung in Bad Münster in der Eifel. Wobei Österreich, das Geburtsland meiner Frau, inzwischen auch zu meiner Heimat geworden ist. Wir erleben auch in Kitzbühel viele schöne Momente.  

SeMa: Wie verbrachten und verbringen Sie Weihnachten?

Hannelore: Bei mir zu Hause damals in Linz gab es an Heiligabend immer Bratwürstchen mit Kartoffelsalat. Am ersten Feiertag servierte meine Mutter dann auch schon mal eine Weihnachtsgans. Als Heino und ich dann später häufig in Kitzbühel Weihnachten feierten, trafen wir uns mit Bekannten auf dem Friedhof gleich neben der Kirche und gedachten der Verstorbenen. Es wurden Tannenzweige  niedergelegt und auch Kerzen angezündet. Dieses Jahr werden wir zum ersten Mal das Weihnachtsfest bei unserem Manager Helmut Werner  in der Steiermark verbringen und seine Einladung gern annehmen. Wir lassen uns überraschen, wie die Tage verlaufen werden und was es zu essen gibt. Wir freuen uns darauf.  

SeMa: Haben Sie an Ihrem Weihnachtsbaum echte oder elektrische Kerzen?

Hannelore: Früher hatten wir, wie so viele Familien, echte Kerzen am Weihnachtsbaum und immer auch Wunderkerzen. Da wir die Feiertage meistens in unserem Haus in Kitzbühel verbringen und der Baum dort immer auf der Terrasse steht, erstrahlt er natürlich durch elektrische Beleuchtung. Die Wunderkerzen gibt es allerdings. Das weckt schöne Erinnerungen an meine Kindheit.

Text + Fotos: Marion Schröder © SeMa SeMa

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