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Hansa-Theater

Hansa-Theater – gelungenes Programm vereint Tradition und neue Ideen

Nur wenige Bewohner unserer Hansestadt Hamburg waren noch nie im legendären Varieté-Theater am Steindamm und versäumten es, sich von Flair und Darbietungen verzaubern zu lassen. Artisten der Spitzenklasse, die Livemusik der Hansa-Boy-Band, die klassische, hochwertige Einrichtung und der Rufknopf für den Kellner halten die Erinnerung an unvergessliche Zeiten wach. Das Restaurant Kowalke liefert u.a. den legendären Theaterteller. Die Karten für die Vorstellungen sind beliebte Geschenke für die ganze Familie. Gerade in der heutigen digitalen Zeit sehnen sich die Menschen nach Traditionen. Dabei steht ein Besuch der Kultstätte der Artistik ganz oben auf der Liste. Der Brauereibesitzer und Illusionskünstler Paul Wilhelm Grell eröffnete am 5. März 1894 sein Varieté. In diesen

historischen Räumen wurden Weltkarrieren gestartet, wie auch die von den Magiern Siegfried und Roy. Der in Hamburg lebende Entertainer Bill Ramsey traf die beiden 1964 auf der MS „Bremen“. Auf dem Kreuzfahrtschiff war Siegfried Fischbacher als Kellner und Roy Horn als Steward beschäftigt. Sie hatten einen tierischen Mitbewohner in der Kabine – einen Geparden, erinnert sich die Gesangslegende. Der in Nordenham geborene Roy und der Rosenheimer Siegfried zauberten schon damals für die Passagiere. Bill Ramsey, der auch heute noch gern die Vorstellungen am Steindamm besucht, war so begeistert von den Zauberkünstlern, dass er ihnen den Tipp gab, sich im Hansa Theater zu bewerben.

Die Auftritte dort waren der Start zu ihrer beruflichen Laufbahn. Zu den Künstlern, die damals noch durch ein Nummerngirl angesagt wurden, zählten auch Josephine Baker, Hans Albers, die Comedian Harmonists, Freddy Quinn, Catarina Valente mit Mutter und Bruder, die Clowns Grock (nit möööööglich) und Charlie Rivel (Akrobat schöööön). Über 35 Millionen Menschen besuchten in den 125 Jahren die Vorstellungen. Wichtig ist, dass die Stadt Hamburg das Hansa Theater im April 2018 unter Denkmalschutz stellte. Diese „schützenwerte Hamburger Schmuckschatulle“, wie Thomas Collien das Varieté nennt, liegt den Betreibern und den Besuchern sehr am Herzen und muss erhalten bleiben. Seit elf Jahren sind die Leiter des St. Pauli Theaters, Thomas Collien und Ulrich Waller, auch die Direktoren und Verantwortlichen für die Kultstätte in St. Georg. Der Erfolg gibt ihnen recht und jetzt auch die Motivation, neue künstlerische Wege zu gehen. Ende August geht es los mit dem „St. George Club“. An drei Abenden können die Besucher Jazz, Rock und Pop-Musik erleben.

Das traditionelle Varieté-Programm wird dann ab 28. September 2019 bis 2. Februar 2020 – außer montags – die Besucherinnen und Besucher fesseln. Die Sensation ist perfekt mit der Bekanntgabe des Spielplans ab 13. Februar 2020. Dann heißt es im Musical CABARET: „Willkommen, Bienvenue“. Tim Fischer konnte für die Rolle des Conférenciers verpflichtet werden. Er wird auf der Bühne der Gastgeber sein. An seiner Seite spielt ein Top-Musicaldarsteller-Team. Die Zuschauer werden in die goldenen 20er-Jahre entführt. Der 491-Plätze-Saal wird für die Spielzeit umgestaltet und im Stil der Zwanziger ausstaffiert. Der Vorverkauf für das Musical hat begonnen.

Tim Fischer freut sich sehr auf diese Aufgabe in Hamburg, wie er uns bei unserem Interview erzählte. „Ich liebe Hamburg. Im Alter von 17 Jahren durfte ich mein erstes abendfüllendes Programm mit dem Namen ‚Zarah ohne Kleid‘ auf der Bühne des Schmidt-Theaters aufführen. Ich lernte dort schon früh, wie eine große Show aufgezogen wird. Lilo Wanders schenkte mir damals meine erste Bühnenschminke. Unter der Regie von Georg Kreisler, der das ‚Ein-Mann-Musical‘ mit mir inszenierte, feierten wir große Erfolge. Dafür bekam ich sogar den Rolf Mares Preis. Auch im St. Pauli Theater auf der Reeperbahn durfte ich das Publikum mit meinen Solo-Programmen unterhalten. Ulrich Waller bot mir vor einiger Zeit die Darstellung des Conférenciers in CABARET an, zu der ich jetzt gern zusagte.

Diese Rolle wurde mir schon mehrmals angeboten. Bisher lehnte ich immer ab, da dazu eine gewisse Reife gehört, die ich inzwischen erreicht habe. Es wird eine unvergessliche Zeit, die ich mit einem hochqualifizierten Team im Hansa Theater im kommenden Jahr verbringen darf. Ich habe gute Freunde in der Hansestadt und vor allem auch ein treues Publikum, welches mich nie im Stich gelassen hat. Ich schlendere gern an der Elbe entlang zur Strandperle. Am Wasser zu sein ist Erholung pur für mich. Ich liebe auch die Rathausgegend. Dort im Café Paris esse ich gern eine Fischsuppe. Ich freue mich sehr, eine längere Zeit im Venedig des Nordens verbringen zu dürfen.“

Text Marion Schröder © SeMa, Fotos © Marion Schröder und Hansa Theater