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Otto, der Künstler

Sehenswerte Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe

Ein Besuch im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg wird noch bis zum 17. Februar 2019 zum besonderen Ereignis. OTTO DIE AUSSTELLUNG ist für die ganze Familie eine Freude. Die Großeltern amüsierten sich schon in den 70er Jahren über die Sketsche von dem im Juli 1948 geborenen Ostfriesen. Die Eltern gingen gern ins Kino, um sich in den Achtzigern Filme mit Otto Waalkes, z.B. „Otto – der Film“ oder „Otto – der Außerfriesische“ anzusehen, oder besuchten Konzerte, in denen Otto mit seinen Friesenjungs auftrat.

Die Enkel lieben Otto heutzutage besonders als Synchronsprecher, u.a. in der Rolle von Sid in mittlerweile fünf „Ice Age“ Filmen. Er mag Menschen und die Menschen ihn. Sein Humor ist zeitlos und funktioniert auch heute noch. „Uns Otto“ ist ein Allroundtalent – ein ungezügelter Unterhaltungsmensch, der auch noch als 70-Jähriger das Kind in sich bewahrt hat. Ein vielseitiger Künstler, der die Klaviatur der Unterhaltung beherrscht wie kaum ein anderer. Vor einigen Wochen bekam er in Berlin mit dem Bundesverdienstkreuz die höchste Auszeichnung, die der Staat zu vergeben hat. Damit wurde er für seinen Einsatz rund um den deutschen Humor geehrt. Dass der Ehrenbürger von Emden sein ganzes Leben gemalt und gezeichnet hat, ist die bisher unbekannteste Seite seines künstlerischen Schaffens.

Im Museum für Kunst und Gewerbe erfüllt sich nun für ihn ein lang gehegter Traum. Der mit unzähligen Auszeichnungen geehrte Komiker, Regisseur, Produzent und Musiker zeigt hier eine ganz neue Facette seines Schaffens. Er bekam eine eigene Ausstellung, die nicht nur 200 seiner gemalten Werke zeigt, sondern auch seinen persönlichen Lebensweg auf der Leinwand und auf vielen Monitoren präsentiert. Von ihm gezeichnete Plattencover, einige Original-Kleidungsstücke, die er in seinen Filmen trug, sind neben vielen anderen Dingen zu bestaunen. Und immer wieder Ottifanten. „Der Ottifant ist eigentlich das Ergebnis einer misslungenen Porträt-Zeichnung“, sagt Otto. „Ich wollte damals für die Schülerzeitung ein Selbstporträt von mir auf Papier bringen. Allerdings wurden dann die Ohren zu groß und die Nase zu lang. Ich beschloss dann, die Ohren noch größer zu malen und vier Beine anstatt zwei zu zeichnen. So schuf ich den kleinen Ottifanten.“

Sein misslungenes Selbstporträt begleitet ihn schon viele Jahre und steht als Symbol für alles, was ihn ausmacht und ihn berühmt gemacht hat. Eigentlich wollte das ostfriesische Gesamtkunstwerk Musiker werden, doch dann entschied er sich für eine Grafikausbildung. Er studierte acht Semester an der Hamburger Kunsthochschule. Dass Ernsthaftigkeit nicht unbedingt seine größte Stärke ist, merkte er schon früh. Seine eigentliche Berufung fand er, als er neben dem Studium in Hamburger Clubs spielte und sang. Seit einigen Jahren setzt Otto Waalkes das um, was er an der Kunsthochschule lernte. Dabei orientiert er sich an berühmten Vorlagen und interpretiert sie auf seine ganz eigene Art und Weise. Und immer ist ein Ottifant mit auf dem Gemälde. „Dies ist dann eine Parodie und keine Kopie“, sagt Otto. „Eine Parodie ist die höchste Form der Verehrung. Mit meinem Ottifanten hauche ich dem Motiv dann ein neues Leben ein. Sie schleichen sich auf die schon bekannten Motive großer Meister.“
    
OTTO – DIE AUSSTELLUNG ist jeweils Di bis So. von 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr zu besuchen, Eintrittspreis 12 Euro

Text: Marion Schröder © SeMa/Fotos: Marion Schröder und Otto privat