Schrift ändern:AAA

Karl May Spiele 2019

Unter Geiern – Winnetou kämpft wieder für die Gerechtigkeit! Alexander Klaws übernimmt erstmals die Rolle des Apachenhäuptlings. Jetzt reiten sie wieder am Kalkberg in Bad Segeberg, und das nun schon zum 68. Mal.

Vor Jahrhunderten thronte auf dem Kalkberg eine Burg, die Siegburg, die dem Ort an der Trave ihren Namen „Segeberg“ gab. Die stolze Burg wurde 1644 von schwedischen Angreifern zerstört. Der Berg wurde zum Steinbruch. Erst im Jahre 1931 wurde der Abbau dort eingestellt. Eine tiefe Mulde war zu sehen.

1934 erschuf man aus diesem halbkreisförmigen Gebilde eine Art Freilichttheater. Eine Publikumstribüne wurde in Handarbeit errichtet. Der Lübecker Oberspielleiter und spätere Intendant Robert Ludwig hatte die zündende Idee, am Kalkberg die Abenteuer des sächsischen Schriftstellers Karl May aufzuführen. Seit am 18. August 1952 zum ersten Mal Hans Jürgen Stumpf als Winnetou die Herzen der Zuschauer eroberte, grassiert das Karl-May-Fieber in der 16.000-Einwohner-Stadt Bad Segeberg.

Der bekannteste Apachenhäuptling war der Schauspieler Pierre Brice, der sich von 1988 bis 1991 auf seinem Pferd Iltschi für das Gute einsetzte. Danach kämpften Gojko Mitic, Erol Sander und Jan Sosniok als Winnetou in der Arena. In diesem Jahr hat nun der 35-jährige Musical-Star Alexander Klaws, der u.a. in Hamburg als Tarzan auf der Bühne stand und sein Publikum zu stehenden Ovationen hinriss, gern das Angebot angenommen, diese Traumrolle in dem aktuellen Stück „Unter Geiern – Der Sohn des Bärenjägers“ zu verkörpern. Er kennt die Arena und den Ablauf der Karl-May-Festspiele, da er vor zwei Jahren als Old Surehand schon sein Können zeigen durfte. Es wird geritten, gesungen, getanzt, geküsst, scharf geschossen, und am Ende siegt wie immer das Gute.

Die gesamte Produktion hat fünf Millionen Euro gekostet. Allein das aufwendige Bühnenbild verschlang einen großen Teil davon. Der Erfolg gibt den Veranstaltern recht. Der Vorverkauf läuft wie Feuerwasser.

„Ich habe als Kind schon Cowboy und Indianer gespielt“, erzählt Alexander Klaws. „Diese Figuren haben mich meine ganze Kindheit über begleitet. Winnetou war immer schon mein Held, aber auch schon der meines Vaters. Diese Rolle schwebt schon über Generationen über allem und ruft Sehnsucht hervor nach Frieden. Als ich meinem Papa erzählte, dass ich der neue Winnetou bin, hatte er ein kleines Tränchen im Auge. Es ist eine große Ehre, diese Rolle in dieser magischen Arena spielen zu dürfen. Es ist ein absoluter Traum, dass ich jetzt als Winnetou zu der berühmten Melodie von Martin Böttcher in die Arena auf diesem wundervollen Pferd einreiten darf. Das war und ist immer ein ganz besonderer Gänsehautmoment für die Zuschauer und den Darsteller des Apachenhäuptlings. Alle Karl-May-Stücke erzählen eine Geschichte und sind eine Hommage an die Indianer. Winnetou geht den Weg des Friedens und kämpft für Gerechtigkeit.“

Die beiden weiteren Hauptrollen spielen die 26-jährige Schauspielerin Larissa Marolt als verführerische Tiffany O’Toole und der 32-jährige Schauspieler Raul Richter, der den Sohn des Bärenjägers verkörpert. Außerdem sind in der Arena neben vielen Komparsen, den Akteuren, die atemberaubende Stunts zeigen, schauspielernden Kolleginnen und Kollegen, auch vierbeinige und geflügelte Stars, die für viel Freude sorgen. In erster Linie natürlich die vielen Pferde, die jeden Schuss aus den Pistolen und Gewehren verarbeiten müssen und nicht flüchten dürfen. Dann Kointa, der afrikanische Seeadler, der schon seit vielen Jahren Winnetous mystischer Begleiter ist und mit einer Spannweite von zwei Metern und einem Gewicht von drei Kilogramm über die Köpfe der Zuschauer schwebt. In diesem Jahr hat er aber einen noch größeren gefiederten Kollegen mitgebracht. Es ist der Weißrücken-Geier Jango, der vier Kilo auf die Waage bringt und eine Spannweite von 2,30 Meter hat. In diesem Stück erfreuen aber auch ein Stinktier, ein Watussirind, Enten, Gänse, Hühner, Schafe und Ziegen die Zuschauerinnen und Zuschauer, besonders die Kinder. Ein geheimnisvoller roter Stein und ein Messer spielen eine große Rolle.

Lassen auch Sie sich mit einem Besuch am Kalkberg entführen in die Welt der Apachen und deren Gegenspieler. Über zwei Stunden Action, Explosionen, laute und leise Töne, Romantik, atemberaubende Zweikämpfe, waghalsige Stunts, schöne Kostüme, wilde Pferde und ein sehr hochmotiviertes, kreatives und künstlerisches Team vor und hinter den Kulissen sorgen bis zum 8. September für großartige Unterhaltung.

Text und Fotos Marion Schröder © SeMa