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Fördert, ohne zu überfordern

Ein Trainingsangebot, das zu kleinen, aber effektiven Übungen einlädt.

Vorderes Bein belasten und die Arme gleichmäßig vor- und zurück- bewegen: Ehepaar Bechreiner profitiert von den Anmerkungen der Physiotherapeutin Barbara Winter. Foto: cc

Immer mehr Einrichtungen für Senioren bieten inzwischen einen sogenannten Outdoor-Parcours für ihre Bewohner, aber auch für Nachbarn oder Besucher an. Eine ist zum Beispiel das Albertinen Haus – Zentrum für Geriatrie und Gerontologie in Schnelsen. Seit Mai gibt es hier ein kleines Areal, auf dem Seniorinnen und Senioren therapeutisch unter Anleitung oder einfach so trainieren können. Die aktuell fünf Geräte heißen „Balancebalken“, „Pendelscheibe“ oder „Nordic-Trainer“.  Darauf können auch Menschen 65+ neben ihren Muskeln auch ihre Beweglichkeit sowie Kondition und Koordination trainieren. Zu jedem Gerät gibt es eine kleine Anleitung. Auf einem Schild können Interessierte sehen, wie die Übungen am besten ausgeführt werden.

„Es ist eine tolle Unterstützung für mich, dass es jetzt hier auf dem Gelände einen Outdoor-Trainingsparcours gibt“, sagt Magda Bechreiner, Bewohnerin der Wohnanlage am Albertinen Haus im Sellhopsweg. Meistens kommt sie zusammen mit ihrem Mann Hartmut her. Auch sonst ist die 74-Jährige gern sportlich unterwegs. „Ich laufe viel, ich walke gern zwei-, dreimal die Woche, im Niendorfer Gehege zum Beispiel. Hier auf dem Parcours habe ich mich erst mal an den Schildern orientiert und mir gedacht: ‚Okay, das kann ich‘, und jetzt nutze ich die Geräte im Wechsel mit meinen Runden im Wald.“

Zu zweit oder zu dritt: Beim Training an der frischen Luft – zum Beispiel am Radtrainer – trainieren Irtraud
Weißbach, Magda und Hartmut Bechreiner gemeinsam Bein- und Rückenmuskulatur. Foto: cc

Allein oder mit Anleitung – beides ist hier möglich

„Wenn man den Anweisungen auf der Beschilderung folgt, kann das Training effektiv sein. Voraussetzung ist, dass man den Parcours allein erreichen und  mindestens ein paar Schritte frei gehen kann“, erklärt Barbara Winter, Leiterin der ambulanten Physiotherapie, die auch mit ihren Patient/-innen herkommt. „Die Geräte sind so ausgerichtet, dass man sie gut allein nutzen kann“, versichert sie. Wenn man sich etwas  Gutes tun wolle, würde man sich zumindest für den Anfang eine Anleitung organisieren. Das sei dann möglicherweise noch etwas effektiver, so die Therapeutin.

Unter Anleitung bewegt sich Irmtraud Weißbach am Gerät „Nordic-Trainer“. „Wer die Arme an den Stangen vor- und zurückbewegt, fördert Kondition und Ausdauer“, erklärt Winter. „Das ist zum Beispiel eine gute Übung für die Armmuskulatur, bei Menschen, die auf einen Rollator angewiesen sind“, führt sie aus. Trainiert werde gleichzeitig die Rotation, die Drehfähigkeit der Wirbelsäule. Das sei unter anderem dafür wichtig, dass man sich zum Beispiel im Straßenverkehr beim Überqueren einer Straße ohne Mühe nach allen Seiten umsehen kann, ergänzt Winter. 

An der frischen Luft auf dem Radtrainer seine „Runden zu drehen“, allein, zu zweit oder in der Kleingruppe – ist gut für den Körper und für die Seele. Nebenbei kann auch geredet und womöglich sogar gelacht werden. Zum Beispiel wenn jemand vorbeikommt und einen Witz macht.

Unter Anleitung von Physiotherapeutin Barbara Winter trainiert Irmtraud Weißbach am Gerät
Balancebalken das Gleichgewicht. Für uns hat sie einen
Tipp: „Nicht nach unten gucken. Dann geht es besser“, sagt die 87-Jährige schmunzelnd. Foto: cc

Für was sind die Geräte gut? 

Die modernen, hochwertigen Outdoor-Sportgeräte fordern den Trainierenden keine Höchstleistungen ab: Der Balancebalken trainiert Koordination und Gleichgewicht, die Pendelscheibe zusätzlich die Reaktion. Mit abgestimmten Bewegungsabläufen fördert der Radtrainer die Muskulatur des Oberkörpers, Arme und Beine sowie die Koordination. Auf der dazugehörigen Bank können sich zwei Personen bei einer „Radtour“ in bequemer Sitzhaltung auch mal unterhalten, denn: Kommunikation hält den Geist fit! Beim Radtrainer für Rollstuhlfahrer/-innen werden Bein- und Rückenmuskulatur durch den moderaten Widerstand besonders behutsam trainiert. Das gleichmäßige Vor- und Zurückbewegen der Stangen des Nordic-Trainers stärkt Armmuskulatur und Kondition.

 

Corinna Chateaubourg © SeMa

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