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Faszien-Yoga – der perfekte Ausgleich

Wer sich kaum oder gar nicht bewegt, der verklebt. Oder besser gesagt, dessen Faszien verkleben und lösen viele gesundheitliche Probleme aus. Effektiv wirkt dagegen Faszien-Yoga.

Spaß am Radfahren oder Freude am Laufen – wer diesen Sportarten nachgeht und dabei die Muskeln trainieren will, der muss wissen, dass beide Formen der aktiven Ertüchtigung einen Nachteil haben: Radfahren und Laufen trainieren nur die Muskeln der Oberschenkel, des Bauches und der Schultern. Der nach vorne gerichtete Körper wird aber nur einseitig beansprucht. „Einen perfekten Ausgleich dazu bietet zum Beispiel Faszien-Yoga“, erklärt Michael Maniewski, der die noch recht junge Yoga-Form bei „MiMa Fitness“ in Poppenbüttel vermittelt.

Verklebte Faszien gezielt behandeln

In Faszien-Yoga sieht Michael Maniewski – der seit über 25 Jahren als Personaltrainer und Schmerzspezialist tätig ist und über Erfahrungen und Qualifikationen in den Bereichen Fitness und Gesundheit verfügt – keinen kompletten Ersatz für bisherige Trainingsprogramme. Er versteht es vielmehr als „perfekten Ausgleich, um verklebte und verhärtete Faszien wieder elastischer zu machen“. Gemeint ist damit das Bindegewebe rund um unsere Muskelbündel bzw. Muskelfasern, denn der Begriff Faszien leitet sich aus dem Lateinischen fascia, „Bündel“, ab.

Konkret verstehen Mediziner unter Faszien das helle Bindegewebe, das sich aus Kollagen- und Elastinfasern bildet und unsere Muskeln umhüllt. Aus diesem Gewebe bestehen auch die Bänder und Sehnen, die für die Stabilität unseres Körpers sorgen. Darüber hinaus sorgen sie dafür, dass Sprünge und andere Bewegungen, die die Muskulatur nicht allein umsetzen können, durchgeführt werden, und regeln im Körper den Transport von Abfallstoffen sowie eine effektive Umsetzung unserer Immunabwehr.

Passive und effektive Yoga-Form

In der praktischen Umsetzung handelt es sich bei Faszien-Yoga um eine eher passive Form von Yoga. Auch weil Stellungen länger gehalten werden als bei dynamischen Yoga Stilen, um die Dehnung und Entzerrung von verklebten Faszien besser forcieren zu können. Damit kommt Faszien-Yoga sehr nahe an das klassische Hatha Yoga heran oder an Stile wie etwa Yoga Vidya, denn durch das intensive Halten der Stellungen, auch Asanas genannt, können die tieferen Schichten unseres Körpers bewusst erspürt werden. Faszien-Yoga ist dadurch „sowohl Bereicherung wie auch Ergänzung. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer gezielten Trainingsmethode“, so Maniewski.

Bewusster Umgang mit Übung und Atmung

Das Faszien-Yoga-Training kann in jedem Alter angewendet werden, wie der Trainer betont. Für Anfänger gibt er vor allem den folgenden Tipp: „Jede einzelne Übung musst du exakt durchführen können. Erst wenn du das bis ins Detail beherrscht, kannst du auch bequem Zuhause trainieren.“ Bis dahin sollten Interessierte unter Anleitung und am besten in einer Gruppe üben und die einzelnen Stellungen des Faszien-Yoga sanft und bewusst und ohne Springen einnehmen. In die einzelnen Stellungen sollte man nur so weit gehen, wie es sanft möglich ist und man bewusst in die jeweilige Dehnung hineinspüren kann. Wichtig ist dabei auch, dass man während der Ausführung bewusst in die Körperpartien hineinatmet, in denen die Dehnung gerade ausgeführt wird. Dagegen sollte man schnelle, ruckartige Bewegungen, Wippen oder heftiges Hineinziehen in eine Stellung vermeiden, denn dadurch können die Faszien sogar verletzt werden.

Faszien-Yoga in der Schmerzbehandlung

Personen, die sich mit den Übungen des Faszien-Yogas vertraut machen, werden die positiven Auswirkungen nach und nach spüren. Das hat mehrere Gründe: Zum einen werden die Faszien durch die Übungen so gedehnt, dass eine bessere Versorgung der gedehnten Bereiche mit Nährstoffen und Flüssigkeit möglich ist. Außerdem sorgt Faszien-Yoga dafür, dass nicht bewegte und verklebte Faszien regeneriert werden. Mit der Zeit machen die Übungen das Bindegewebe wieder flexibel und besser beweglich. Die durch die Verklebungen ausgelöste Schmerzen, vor allem im Rückenbereich und entlang der Skelettmuskulatur, gehen deutlich zurück. Von daher kann Faszien-Yoga auch bei vielen Arten von Schmerzen, die längst als chronisch gelten, lindernd in die Behandlung eingebaut werden.
Mehr Informationen auch unter www.mima-fitness.de.

A. Petersen © SeMa