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Die Familie Bismarck

Friedrichsruh – ein kleines Paradies vor den Toren Hamburgs und der Wohnsitz der Familie von Bismarck

Als Anerkennung für den Sieg über Frankreich und zum Dank für die Reichsgründung 1871 schenkte Kaiser Wilhelm I. seinem Kanzler Otto von Bismarck den lauenburgischen Sachsenwald. Noch heute wohnen seine Nachkommen dort und halten das Andenken an ihren berühmten Vorfahren

aufrecht. Bisher wurden über 700 Türme, Standbilder, Büsten, Gedenksteine und Denkmäler mit seinem Namen errichtet. Das mit 34,3 Metern größte ist das Bismarck-Standbild in unserer Stadt. Der Reichskanzler selbst misst 14,8 Meter. Die Statue wurde am 2. Juni 1906 feierlich eingeweiht. Weltweit tragen zahlreiche Gebäude, Straßen, Plätze, Gebirge, Gewässer und sogar ein Hering den Namen Bismarck. 

Friedrichsruh ist ein kleiner Ort im Herzogtum Lauenburg mit sehr viel Tradition. Wenn Sie mit der S-Bahn bis Aumühle fahren, spazieren Sie ca. 15 Minuten bis ins Zentrum. Dort erwarten Sie das Bismarck-Museum mit vielen Originalstücken des Reichskanzlers. Angefangen bei seinen Orden, die brillantenbesetzt aus Vitrinen funkeln, bis hin zu seinem Originalarbeitszimmer. Aber auch wertvolle Gemälde, Briefe, Schriftstücke und sogar ein französisches Schnellfeuergeschütz erinnern an die Kultfigur des 19. Jahrhunderts. Otto von Bismarck und seine Frau Johanna fanden ihre letzte Ruhe in dem oberhalb des Schlosses erbauten Mausoleum. Wenn Sie einmal dem Alltag entfliehen möchten, um Kraft zu tanken, dann sind Sie in Friedrichsruh genau richtig. Dieses Kleinod liegt mitten im Sachsenwald, circa 30 Kilometer östlich von Hamburg. Dort wird für die Nahrung aller Sinne gesorgt. Im Restaurant Forsthaus halten die Wirtsleute Julia Andor und Marc Matthias regionale Speisen und ihr Hausbier für Sie bereit.

Wohlfühlen in entspannter Atmosphäre ist hier die Devise. Leckere Kuchen werden tagsüber im Café Vanessa, im Garten der Schmetterlinge, serviert. Elisabeth Fürstin von Bismarck eröffnete vor 34 Jahren Deutschlands erstes Gebäude für die fliegenden Edelsteine. Inzwischen ist dieses Freizeitparadies ein beliebtes Ausflugsziel und Erholung pur. Fürstin Elisabeth hat mit der optimalen Unterstützung von Frau Roelcke, die ihr seit 1989 zur Seite steht, und einem Team fleißiger Mitarbeiter einen Ort der Sinnlichkeit und Ruhe geschaffen. Wobei Harmonie an erster Stelle steht. Harmonie im Einklang zwischen den Menschen, der Natur und den Tieren wie dem Chamäleon Hube, den Kois im Wintergarten, den Wachteln und den kleinen Schildkröten. Die ca. 1000 Schmetterlinge flattern im für sie eigens errichteten, immer mindestens 28 Grad warmen Gebäude. Die Biologin Cheryl Bailey sorgt mit den Mitarbeitern im Tropenhaus für immer genügend artgerechte Pflanzen und die Atmosphäre, die die wunderschönen elfenhaften Wesen für ihre Metamorphose benötigen. Jeder Mensch empfindet eine große Freude, wenn er einen Schmetterling entdeckt.

Sie üben eine große Faszination auf Menschen aus. Sie kündigen den Frühling an. Fürstin Elisabeth von Bismarck bittet die Menschen darum, doch wieder mehr bunte Wiesenblumen auszusäen und die Brennnesseln nicht zu vernichten, da sie dringend benötigte Lebensbedingungen für die Schmetterlinge sind. Sie geht mit gutem Beispiel voran und teilt jedes Jahr ein Stück Fläche in Friedrichsruh für so eine bunte Wiese mit Korn, Mohnblumen und Kamille ab. Und ihr Sohn Gregor von Bismarck erschuf für den ganzen Ort, sehr vorbildlich, die Versorgung mit erneuerbaren Energien.
Vor einiger Zeit wurde dafür eine Kraftanlage errichtet, die mit Holzhackschnitzeln aus naturbelassenem Holz aus dem Sachsenwald für die notwendige Wärme sorgt.

Öffnungszeiten des Schmetterlingsgartens:
bis 20. Oktober 2019, Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr, montags geschlossen, außer an Feiertagen

Text und Bilder Marion Schröder © SeMa