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David & Götz

Zwei Freunde, vier Hände, 176 Tasten und eine Leidenschaft! Die beiden in Hamburg lebenden Pianisten David Harrington und Götz Östlind zünden während ihrer Shows musikalische Feuerwerke.

Die Vielseitigkeit ihres Repertoires ist unerschöpflich. Sie spielen  Rock-Pop, Volksweisen, Musicallieder, Filmmusiken, Melodien der Goldenen Zwanziger und auch Klassisches wie die Fünfte von Beethoven. Hits von Frank Sinatra über Udo Jürgens bis zu den Comedian Harmonists erfreuen ebenfalls das Publikum. Bei dem Medley der Walt-Disney-Musical-Melodien

lassen sie mit den Tönen Teekannen singen und auch Teppiche fliegen. Elton John hätte bestimmt große Freude, würde er sein Lied vom König der Löwen, von den Vollblutmusikern interpretiert, hören können. David und Götz spielen diesen Titel vierhändig sanft, gefühlvoll und auch stürmisch. Bei „Veronika, der Lenz ist da” lässt David das Publikum kräftig mitsingen.

Die beiden Pianisten begeistern die Zuschauer mit absoluter Professionalität, Freude zum Beruf, Vielseitigkeit und Humor. Langanhaltender Applaus und stehende Ovationen sind somit nach jedem Konzert garantiert. Die beiden unterhalten ihr Publikum auf ihre ganz eigene und einmalige Art.
Zwischen dem Anfangstitel „New York, New York“ und dem Boogie-Woogie und „My Way“ am Ende liegen zwei Stunden, in denen David und Götz alle emotionalen Register ziehen. Beide fingen im Alter von 5 Jahren an, den Klavierhocker zu erklimmen. Sie wussten schon als Teenager, dass sie nur mit der Musik ein glückliches Leben führen können. Es ist bekannt, dass man mit Musik mehr Gefühle erreichen kann als mit der Sprache.

Ihre „Träume leben“ David & Götz nun – so auch der Titel ihres Konzertes.
Zwei Stunden an einem weißen und einem schwarzem Flügel in schwarz/weißen Anzügen und Schuhen. Schwarz/weiß sind nur die Outfits und die Pianos, das Programm ist bunt. Es sind Konzerte mit Klavierstücken, zwei und vierhändig gespielt, mit Gesang, Gedichten und viel Humor. David Harrington ist der Komödiant, der mit vollem Körpereinsatz, humorvollen und sprachlichen Einlagen auch für Lacher sorgt. Und Götz Östlind ist der ruhigere Musiker, der singt und rezitiert.
Zwei Stunden unterhalten die beiden Hamburger ihre Fans mit einem Programm, welches zwei Jahre vorbereitet wurde.

Exklusiv-Interview für SeMa mit David und Götz

SeMa: Ihr Programm heißt „Träume leben” – was beinhaltet Ihr Konzert?
Götz: Der Titel ist eine Inspiration. Das Bühnenprogramm, welches dahintersteht, zeigt, dass wir unsere eigenen Träume leben können. Wir spielen und singen seit zehn Jahre zusammen – dieses Programm ist der bisherige Höhepunkt unserer Karriere. Wir stehen als Pianisten und beste Freunde auf der Bühne. Wie kann man das besser beschrieben als: seine Träume leben.
David: Wir haben diese besondere Situation, dass bei uns alles stimmt. Götz ist wirklich mein bester Freund seit der Studienzeit.

SeMa: Was können die Menschen erwarten, die in Ihr Konzert kommen?
David: Wenn Sie nie vorhatten in ein normales, konservatives Klavierkonzert zu gehen, dann kommen sie zu uns, und Sie werden den Spaß ihres Lebens haben.
Götz: Unsere Konzerte sind für die ganze Familie. Die Leute lachen, werden von ihren Plätzen gerissen und singen mit uns. Sie werden aber auch in ihren Herzen berührt.

SeMa: Wann und wo hatten Sie sich kennengelernt?
David: Das war 1999 bei einem Jazztreffen in einem Vorgarten in Hamburg. Es war ein Jazzfest mit rund 50 Musikern.
Götz: Die Gegensätze konnten nicht prägnanter sein. Ein Theaterwissenschafter mit langen Haaren und ein Reserveoffizier der Bundeswehr treffen aufeinander. Wir sind äußerlich sehr verschieden, sind aber Seelenverwandte und haben denselben Humor. Und wir haben des gleiche Gefühl für die Musik.

SeMa: Gibt es eine Person, die Sie gern persönlich kennenlernen oder mit ihr zusammen spielen möchten?
David: Wir würden gern mit André Rieu auf Welttournee gehen, Es wäre sensationell, wenn er uns vielleicht zehn Minuten in seine Show einbauen könnte. Das würde auch 100-prozentig zu seinem Publikum passen.
Götz: Wir haben vor ihm sehr großen Respekt. Besonders auch, weil er so ein großes Orchester zu fantastischen Bedingungen seit Jahrzehnten privat erhält und das auf hohem Niveau und mit eigenem Risiko. Er und seine Musiker spielen mit Herz und leben für die Kunst.

SeMa: Sie spielen in Ihren Konzerten ganz viele verschiedene Musikrichtungen. Was hat Sie zu diesem Programm bewegt?
David: Wichtig ist, dass wir im ersten Teil unseres Konzertes zeigen, dass wir mit den Instrumenten souverän agieren können. Dann erlaubt uns das Publikum den humorvollen Umgang damit. Deswegen haben wir auch Beethovens Fünfte mit im Programm.

SeMa: Ist der Boogie-Woogie Ihr Liebling?
Götz: Wir spielen gern am Ende noch Boogie-Woogie. Auch deswegen, weil diese Musik das Publikum noch einmal richtig in Wallung bringt. Und es ist eine Musik, die unser Publikum liebt.

SeMa: Sie spielen und singen als Zugabe „My Way”. Gehen und leben Sie auch Ihren Weg?
Götz: Wir haben den Text umgedichtet, zum Schluss heißt es: „Ich spiel jahraus, ich spiel jahrein, mal steht ihr auf, mal lasst ihr’s sein. Das ist das Los hier am Klavier. Ich fühl mich groß, drum glaub es mir – es kommt der Tag, an dem ich sag: ,I did it my way‘.“
Ja, wir gehen unseren Weg.

SeMa: Haben Sie Lieblingsplätze in Hamburg, an denen Sie Energie tanken können?
Götz: Ich liebe die Alster und wohne seit 20 Jahren in ihrer Nähe. Ich gehe, so oft es möglich ist, dort spazieren. Auch in diesem Jahr während der Krokusblüte wieder, und ich zitiere Goethes Osterspaziergang, den ich irgendwann mal auswendig gelernt habe,  und spreche dann mit den Krokussen, weil ich mich so sehr über ihre Blüten freue.
David: Ich wohne in den Elbvororten und gehe gern und lange an der Elbe spazieren. Später setze ich mich dort an eine der Strandbuden, trinke Kaffee und beobachte die Schiffe – und auch die Flugzeuge, die aus Finkenwerder kommen – und denke: Geht es mir gut!

SeMa: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
David: Wir spielen in dieser Konstellation seit zehn Jahren, und es wäre wunderbar, wenn wir noch weitere 40 Jahre unser Publikum mit unseren Programmen erfreuen könnten.

SeMa: Spielen Sie jedes Konzert ganz ohne Noten ?
David: Wir spielen unsere Konzerte zu 99 Prozent ohne Noten. Allerdings gab es in letzter Zeit eine Ausnahme. In Elmshorn saß meine Mutter im Publikum bei unserem Konzert. Und da hat ich mir dann zur Sicherheit die Noten zu Beethovens Fünfter Symphonie hingestellt. Ich wollte, keinen falschen Ton spielen, wenn meine Mutter einmal im Jahr zum Konzert kommt.

SeMa: Spielt man mit einem anderen Gefühl, wenn jemand aus der Familie da ist?
David: Ja, es ist wirklich so. Am stärksten ist das Gefühl, wenn man in seiner Heimatstadt spielt und die ganze Familie da ist. Am 15. Juni 2019 werden wir im Großen Saal der Laeiszhalle spielen – jetzt zum vierten Mal –, da kommen ja wirklich Papa, Mama, Tanten, es kommt die ganze Verwandtschaft. Das ist dann ein besonderer Abend, der Höhepunkt des Jahres.

Text Marion Schröder - Fotos Marion Schröder + David & Götz privat © SeMa