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Die „Grande Dame“ der ARD-Serie „Rote Rosen“

Brigitte Antonius, die Johanna Jansen der ARD-Serie „Rote Rosen“, wurde am 27. Januar 1933 in Wien geboren. Die Schauspielerin war in ihrem Leben schon in vielen Rollen in Film- und Fernsehproduktionen zu sehen, wie beispielsweise in „Kommissar Rex“, „Tatort“, „Die Patriarchin“, „Der Bulle von Tölz“ und „Rückkehr des Tanzlehrers“.

In der Vergangenheit gehörte sie dem Theaterensemble am Wiener Burgtheater, dem Niedersächsischen Staatstheater Hannover und auch dem Schauspielhaus in Graz an. Sie bedauert, nie an Hamburger Bühnen gespielt zu haben. „Was nicht ist, kann ja noch werden“, erklärt uns die lebensbejahende 85-Jährige lächelnd.

Seit November 2006 steht sie vor den Kameras in Lüneburg, wo die Erfolgsserie „Rote Rosen“ gedreht wird. Als Johanna Jansen aus dem Rosenhaus lieben sie die Zuschauer. Dass sie eine große Fangemeinde hat, bestätigen die vielen Briefe und Mails, in denen sich ihre Fans dafür einsetzten, dass die elegante Johanna wieder mehr in der Serie zu sehen ist. In ihrer Rolle verreist sie häufig von Lüneburg ins österreichische Burgenland, wo ihr Filmehemann Ferdi ein Weingut betreibt.

Dass dieser Landstrich in Österreich gewählt wurde, ist kein Zufall, denn genau dort verbrachte die mit vielen Preisen ausgezeichnete Schauspielerin Jahre ihrer Kindheit. Ihr Vater arbeitete als Arzt in dem Krankenhaus im Ort Oberpullendorf. Dort ging Brigitte in die Schule und spielte mit ihren Geschwistern und Freunden. Dass ihr vor einigen Jahren im Nachbarort ein Haus zum Kauf angeboten wurde, war bestimmt kein Zufall. Hier hat sie nun, neben ihrer Wohnung in Wien, den Ort gefunden, an dem sie der Natur sehr nah sein kann. Sie liebt Spaziergänge mit ihrem Hund Pinki sowie die Gespräche und die Tee- und Weinstunden mit den Nachbarn, wie z. B mit Roland oder Nelli. Sie ist die gute Seele des Hauses, die frisch gepflückte Blumen in die Vasen stellt, wenn sich Brigitte Antonius angesagt hat. Sie liebt die Teestunden im Garten mit der Schauspielerin.
Und Nachbar Roland Hametner, der eine Galerie betreibt, ist ein ausgezeichneter Hobbykoch und liebt die guten österreichischen Weine, genau wie seine Nachbarin und gute Bekannte Brigitte.

Wir durften die charmante und lebenserfahrene Schauspielerin in Österreich treffen und mit ihr viele Stunden verbringen. Zur Begrüßung hatten sich diesmal die Nachbarn im Burgenland eine besondere Überraschung ausgedacht: Es regnete rote Rosenblätter, als die berühmte Burgenländerin ihren Garten betrat.

Frau Antonius, was vermissen Sie, wenn Sie in Lüneburg vor den Kameras stehen?

Ich freue mich in Lüneburg sein zu dürfen. Ich liebe das abwechslungsreiche Leben in dieser schönen Stadt. Wir sind eine große Familie vor und hinter den Kulissen. Außerdem habe ich meinen 13-jährigen schwarzen Hund Pinki bei mir, der auch schon mehrmals mitspielen durfte. Wenn ich längere Zeit in Lüneburg bin, vermisse ich meine Familie in Wien. Meine Geschwister und deren Kinder und Enkel. Und, wenn ich dann wieder in Wien oder im Burgenland bin, vermisse ich die Arbeit und das Team der ROTEN ROSEN, welches meine zweite Familie geworden ist. Mir ist im Norden Deutschlands nie langweilig. Sonntags gehe ich gern in die evangelische Kirche in Lüneburg und auch spazieren. Außerdem hatte ich mehrere Jahre ein Abonnement in der Hamburger Oper. Musik spielt eine große Rolle in meinem Leben. Meinen Körper halte ich fit mit Kieser-Training, das setzt den Grundstein für mehr Lebensqualität und erhält die Beweglichkeit und Kraft.

Mögen Sie die norddeutsche Küche?

Labskaus nicht unbedingt, aber ich liebe Matjes und die Matjesbrötchen, besonders am Hamburger Hafen.

Ihr Hund ist Ihr ständiger Begleiter. Wie lange schon?

Ich habe ihn bekommen, als er noch ganz klein war. Er ist ein ungarischer Seiden-Pekinese und heißt eigentlich Ping Pong. Ich nenne ihn aber Pinki.
Er ist inzwischen 13 Jahre bei mir und wir lieben uns und sind unzertrennlich. Ich kann ihn in einer Tasche mit in das Flugzeug nehmen. Allerdings muss er im Flughafen Wien durch den Scanner, was mir sehr leid tut, aber nicht zu ändern ist.
Vor kurzem war ein Brief in meinem Briefkasten in Wien mit der Aufschrift: an Herrn Ping Pong Antonius. Ich musste wirklich darüber schmunzeln. Ich hatte seine Blutwerte untersuchen lassen und mit diesem Brief kamen die Ergebnisse aus dem Labor.

Was lieben die Zuschauer an Ihrer Rolle der Johanna?

Sie lieben mein Erkennungszeichen, die weiße Strähne im Haar und meinen extravaganten Kleidungsstil. Ich trage viele meiner privaten Kleider in der Serie, weil ich mich damit am wohlsten fühle. Eine Zuschauerin ließ mich wissen, dass ich sie an ihre Mutter erinnere, die auch immer ihr Spitzentaschentuch vorn im Ärmel aufbewahrte.

Sie konnten vor kurzem Ihren 85. Geburtstag feiern. Fällt es Ihnen leicht, die umfangreichen Texte zu lernen?

Ich lerne ganz leicht. Schließlich habe ich u.a. 20 Jahre Soloprogramme gespielt und 54 Tourneen in 23 Ländern absolviert.

Haben Sie sich Gedanken gemacht, wie lange Sie noch arbeiten möchten?

Solange mich das Publikum sehen möchte. Auf meiner Facebookseite und in Briefen kann ich immer wieder lesen, dass meine Figur der Johanna in der Serie wichtig ist und meine Fans nicht möchten, dass sich Johanna für immer ins Burgenland zurückzieht. Das freut mich besonders und ich hoffe, dass ich noch lange diese Rolle spielen kann.

 

Text Marion Schröder - Fotos MS + ARD © SeMa