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AKTIONSWOCHE DEMENZ

17. BIS 24. SEPTEMBER – Die Aktionswoche Demenz dieses Jahr unter dem Motto „Genau hinsehen“
Vorträge, Mitmachaktionen und kulturelle Angebote – ein Mix aus Information und Unterhaltung

Foto © silviarita/pixabay

Die Aktionswoche Demenz in Hamburg findet seit 2014 einmal jährlich rund um den Welt-Alzheimertag im September statt, in diesem Jahr vom 17. – 24. September. Sie richtet sich an Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen, Pflegende sowie interessierte Hamburger Bürgerinnen und Bürger. Die Aktionswoche wird von den Demenz-Netzwerken in Hamburg gemeinsam mit zahlreichen Einrichtungen organisiert. In jedem Bezirk findet jeweils eine zentrale Veranstaltung statt. Die Koordination der gesamten Aktionswoche liegt bei der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. (HAG).

„Viele Demenzerkrankte litten während der Corona-Pandemie an Einsamkeit, manchmal ohne den Grund auch nur verstehen zu können“, so Sozialsenatorin Dr. Melanie Leonhard in ihrem Grußwort zur Demenzwoche. Deshalb sei das Motto der Aktionswoche in diesem Jahr „Demenz – genau hinsehen“. „Genau hinsehen, wie es den Menschen jetzt geht und achtgeben, niemanden aus den Augen zu verlieren“, so Leonhardt.
Das Programm für die Aktionswoche Demenz 2021 wurde von zahlreichen Einrichtungen,  Organisationen, Netzwerken, Kooperationspartnern und Einzelpersonen im Rahmen der Landesinitiative „Leben mit Demenz in Hamburg“ entwickelt und organisiert. Damit möglichst viele Betroffene, aber auch pflegende Angehörige und Mitarbeiter in stationären Einrichtungen an den Veranstaltungen teilnehmen können, wurde das Programm – wie schon im vergangenen Jahr – als eine gute Mischung aus virtuellen und Präsenzveranstaltungen gestaltet.

„Grundsätzlich ist jede Musik zur Förderung geeignet. Erlaubt ist, was gefällt. Allerdings wird nicht jede oder jeder durch jede Art von Musik erreicht. Insofern sollten die
Angebote so vielfältig sein wie die Menschen, für die sie
gedacht sind.“ (Norbert Groß)

Foto: leemurry01/pixabay

Mit einer Sonderveranstaltung zum Thema „Resonanz und Begegnung – Musik im Alter und bei Demenz im Zeichen von Digitalisierung und Distanz“ beginnt die Demenzwoche am Freitag, 17. September. Die Tagung, die sich vor allem an Fachkräfte aus Pflege, Musiktherapie, -geragogik/-pädagogik sowie an ehrenamtlich oder als Bezugspersonen in der Begleitung und Betreuung von Menschen mit Demenz Tätige richtet, beginnt online um 14 Uhr (einwählen ab 13.45 Uhr) mit der Begrüßung und dem „Dialog zur Lage: Vom Ertrag der Krise für Musiktherapie und -geragogik“. Nachmittags gibt es Vorträge, Flashlights und Webinare zum Austausch über das Thema „Erfahrungen und Impulse für die professionelle und ehrenamtliche Begleitung und Betreuung von Menschen mit Demenz im stationären und häuslichen Umfeld“. Eine Anmeldung für die Fachtagung ist erforderlich, die Teilnahme kostet 25 Euro.  

Nähere Informationen zu den Webinaren und zum jeweils aktuellen Stand des Programms sind auf der Homepage www.lmr-hh.de zu finden.
Weiter geht es am Sonntag, 19. September um zehn Uhr mit einem Gottesdienst zur Eröffnung der Aktionswoche „Leben mit Demenz in Hamburg“. Ohne Anmeldung können hier Interessierte dem Gottesdienst in der Hauptkirche St. Michaelis beiwohnen. Zelebriert wird der Gottesdienst von Hauptpastor Alexander Röder und Pastor Thomas Götting.
Im Bezirk Altona geht es am Sonntagnachmittag um 15 Uhr weiter. Nach einem Open-Air-Gottesdienst in der Ernst- und Cläre Jung Stiftung (Emkendorferstraße 46) findet gleich im Anschluss der Konfetti-Rockdown statt. Michael Schneider von KONFETTI IM KOPF e. V. sorgt mit seinem großen Repertoire von Schlagern und Volksliedern für einen abwechslungsreichen und schwungvollen Nachmittag.

Mit Schirm, Charme und  Demenz und ganz viel Amore ...

... lautet das Motto des fünften Veranstaltungstags. Am Dienstag, 21. September findet ab 14 Uhr im Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten (Neuer Jungfernstieg 9–14) im Bezirk Hamburg-Nord ein besonderes Highlight statt: Mit Leierkastenmann, Live-Tanz-Runde, verschiedenen musikalischen Einlagen und interessanten Kurzvorträgen bietet der Nachmittag ein buntes Programm für Betroffene und Pflegende. Wer vor Ort sein will, meldet sich bei demenzwoche@kooperation-nord-demenz.de an. Wer zu Hause teilnehmen möchte, kann der Veranstaltung im Livestream unter www.kooperation-nord-demenz.de folgen.

Norbert Groß engagiert sich ehrenamtlich für den Landesmusikrat Hamburg als Projektleiter für die Fachtagungen „Musik und Demenz“. Er war viele Jahre zunächst als Pastor der „Kirche am Krankenhaus“ in Hamburg-Schnelsen und dann als Verbandsdirektor des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes in Berlin tätig.

Foto: privat

Musik in ihren verschiedenen Dimensionen ermöglicht Kommunikation und stiftet Gemeinschaft

Interview mit Norbert Groß, Projektleiter der Fachtagung „Musik und Demenz“

„Es ist zutiefst menschlich, sich musikalisch äußern zu können, nämlich durch Singen – mit der eigenen Stimme – durch Musizieren – mit den unterschiedlichsten Instrumenten – und durch Tanzen – die Bewegung des ganzen Körpers. Und es ist zutiefst menschlich, gewissermaßen die andere Seite der Medaille, Musik, einschließlich Gesang und Tanz, mit allen Sinnen, mit Leib und Seele zu erleben. Musik in ihren verschiedenen Dimensionen ermöglicht Kommunikation und stiftet Gemeinschaft. Musik entfaltet Wirkung auf unser Gefühls- und Seelenleben, aber auch auf unseren Körper“, sagt Norbert Groß, Projektleiter der Fachtagung „Musik und Demenz“.

„Musik stiftet Gemeinschaft zwischen Menschen mit und ohne Demenz. Damit ermöglicht sie Menschen mit Demenz soziale und kulturelle Teilhabe“, betont der Fachmann und verweist damit auf die besondere Rolle der Musik im Zusammenleben. Der erste Lockdown habe die klassische musiktherapeutische und -geragogische Arbeit, sowohl durch professionelle Fachkräfte als auch durch Ehrenamtliche, zunächst zum Stillstand gebracht, in Einrichtungen ebenso wie im häuslichen Umfeld, so Groß.

„Die Krise wurde dann aber als Chance genutzt. Die musiktherapeutische und -geragogische Arbeit hat die Herausforderung zur Digitalisierung angenommen. In dieser Perspektive wurden neue Instrumente und Formate entwickelt, und das methodische Repertoire wurde verbreitert“, berichtet der 68-Jährige. Und weiter: „Verschiedene Praxisbeispiele, die sich während der Pandemie bewährt haben, aber auch in ‚normalen Zeiten‘ eingesetzt werden können, werden im Rahmen unserer Fachtagung vorgestellt werden.“

Auf die Frage, wie musiktherapeutische und -pädagogische Angebote im Alltag aussehen müssten, rät Projektleiter Groß: „Wenn es den Verantwortlichen einer Pflegeeinrichtung um das Wohl und die Lebensqualität ihrer Bewohner*innen geht, sollten sie ihnen ein qualitativ hochwertiges, verlässliches Angebot machen. Einrichtungen, die an dieser Stelle investieren, machen die Erfahrung, dass sich das auszahlt. Wenn die Lebensqualität ihrer Bewohner*innen steigt und das Betriebsklima sich verbessert, ist das auch förderlich für das Image des Hauses.“     

• Sonderveranstaltung „Resonanz und Begegnung – Musik im Alter und bei Demenz im Zeichen von Digitalisierung und Distanz“ (Fr., 17. Sept. ab 14 Uhr)

Corinna Chateaubourg © SeMa

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